Von mir selbst lern´ ich am meisten!

Letztes Wochenende war es wieder soweit: 3 spannende Tage, vollgepackt mit Infos, Übungen, Erfahrungen, Begegnungen, Lebensgeschichten, Ereignissen und Gesprächen liegen hinter mit.

... ein typisches Lehrgangswochenende halt!

Schön langsam geht es ja bei uns ja ans "Eingemachte". Wir sind im 5. von 5 Semestern, hinter uns liegen 2 Jahre Ausbildung mit vielen Lehrgangswochenenden, Tage, Stunden die uns dem Ziel, endlich das Diplom in Händen zu halten, näher gebracht haben. Und vor uns liegen nur noch exakt 9 Tage Lehrgang bis zum Prüfungstermin im März.


Weshalb mir das alles jetzt einfällt, fragt ihr euch vielleicht?!

Nun ja... gerade diese Woche ist mir wieder bewusst geworden, wie lernen tatsächlich funktioniert. Wieder einmal bin ich in ein altes Verhaltesmuster getappt. Nur diesmal war es anders!☺ Aber jetzt von Anfang an:


Wer mich kennt weiß, dass ich 100% als Standard ansehe, weniger zu erreichen stellt einen Kompromiss dar, eine "halbe Sache". Perfektionismus nennen es die Anderen. Ich nenne es für den Erfolg arbeiten, auf Details achten. Denn genau diese Konsequenz und die Details machen den Unterschied von gut zu sehr gut.

Ich weiß, das klingt anstrengend und nerdig. Aber so bin ich nun mal *gg* (Anmerkung am Rande: für diese Erkenntnis brauchte ich tatsächlich fast 2 Semester Ausbildung und Selbsterfahrung)


Was hat das nun alles mit Lernen zu tun? Wer Theorie mag, hier ein paar Infos wie Lernen funktioniert. Wer Theorie nicht mag -> einfach die nächsten Absätze überspringen und nur "halbe Sachen" machen (Ironie-Ende).


Lernen funktioniert in 4 Stufen, die sich aus Kombinationen von (Un-)Bewusstsein und (Nicht-)Können zusammensetzen.


1. Stufe - Unbewusstsein / Nichtkönnen

  • Bsp: ein Baby ist sich nicht bewusst, dass es nicht gehen kann

  • durch das nicht vorhandene Bewusstsein des Nichtkönnens tangiert uns diese Stufe nicht

  • Folge: wir verspüren keinen Wunsch nach Veränderung


2. Stufe - Bewusstsein / Nichtkönnen

  • Bsp: ein Kleinstkind ist sich dessen bewusst, dass andere gehen können es und selbst nicht

  • wir erkennen unser Nichtkönnen und möchten das Defizit ausgleichen

  • Folge: wir lernen


3. Stufe - Bewusstsein / Können

  • Beispiel: das Kleinkind kann gehen, muss aber die einzelnen Schritte noch bewusst gehen

  • dies ist der anstrengenste Teil des Lernens, wir müssen Lernschritte ganz bewusst abrufen

  • Folge: wir üben, üben, üben


4. Stufe - Unbewusstsein / Können

  • Bsp: als Kind / Erwachsener kann man gehen ohne darüber nachdenken zu müssen, die Schritte sind automatisisert

  • jetzt ist Erlerntes leicht abrufbar, schon unbewusst können wir Schritte ausführen, das Erlernte ist automatisiert

  • Folge: wir vergessen oft, dass wir eine ganz tolle Fähigkeit erlernt haben


Sodele... nun wieder zu mir :

Ich habe diese Woche etwas gemacht, was ich erst neu gelernt habe und bisher mit viel Bewusstseinsarbeit umgesetzt wurde. Aber diesmal lief gut... nein, eigentlich lief es so richtig gut, gefühlte 100%, und es war so einfach! Und was habe ich gemacht? Anstatt mich darüber zu freuen, habe ich fehlende Prozente gesucht. Habe mich gefragt: "Kann es wirklich sehr gut gewesen sein, wenn es so leicht war?"

Was ich nicht am Bildschirm hatte: ich habe es diesmal geschafft von Stufe 3 auf Stufe 4 zu kommen. Ich habe unbewusst die richtigen Dinge gemacht, und daher war es gefühlt so leicht.


War das jetzt ein Rückschlag?

NEIN! Denn diesmal war etwas ganz Entscheidendes anders als sonst:

Ich habe gemerkt, dass ich in die Perfektionismusfalle getappt bin!

Ich habe gemerkt, dass - auch wenn es leicht ging - das Ergebnis toll war!


Und das BEMERKEN des Zurückfallens in alte Verhaltensmuster war das Neue in dieser Geschichte. Ich bin sozusagen auf Stufe 3 beim Lernen eines neuen Verhaltensmusters. Was brauch ich um auf 4 zu kommen? Üben, üben, üben...


Wie gesagt: von mir selbst lern´ ich halt am meisten!

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